Internationale Automobilgeschichte in Chemnitz vereint

12. Mai 2014

7. Messe für Old- und Youngtimer am 10. und 11. Mai 2014 zog über 4000 Besucher in die Messe

Liebhaber historische Fahrzeuge mussten am Wochenende (10./11. Mai 2014) nicht weit reisen, um internationale Automobilgeschichte live und kompakt zu erleben. Deutsche, französische, amerikanische, italienische und englische Oldtimer gaben sich auf der 7. Messe für Old- und Youngtimer in der Messe Chemnitz ein Stelldichein. Über 4000 Besucher waren gekommen, um die mehr als 200 mobilen Raritäten auf zwei, drei oder vier Rädern in Augenschein zu nehmen.
Eine Sonderschau war Frankreich und seinen Oldtimern gewidmet. Vor allem Liebhaber aus der Chemnitzer Region präsentierten ihre Schätze der Marken Citroën, Peugeot und Renault. Zu ihnen
gehörte Ulrich Zwinzscher. Der gelernte Kfz-Schlosser und –Elektriker betreibt seit der Wende Autohäuser für französische Marken in Altmittweida und sammelt seit 1994 auch Oldtimer aus dem
Nachbarland, um sie zu restaurieren und zu fahren. Nach Chemnitz mitgebracht hatte er u. a. einen
Citroën C6 aus dem Jahr 1928 mit Ganzstahlkarosserie und Bremskraftverstärker, gebaut nach einer
Lizenz von Henry Ford, weiterhin einen von nur 1000 Stück gebauten Citroën 15CV von 1954 sowie aus der „Göttinnen-Reihe“ Citroën DS (la Déesse = die Göttin) einen seltenen Kombi von 1970. Eines der ältesten Fahrzeuge der Messe war auch in der Sonderschau zu finden – ein Peugeot 190 S von 1926. Partner der Schau war die Deutsch-Französische Gesellschaft Chemnitz e. V., die über das Herkunftsland der Oldtimer informierte, kleine kulinarische Kostproben aus Frankreich anbot und mit der Chansonsängerin Laura Bouriquin für ein musikalische Highlight sorgte. Der zweite Ausstellungsschwerpunkt sprach Freunde militärhistorischer Fahrzeuge an. Die Bundeswehr sowie deren Reservistenverband und die Kamenzer Oldtimerfreunde setzten hier die Akzente. Die Arbeitsgemeinschaft Militärhistorische Fahrzeuge und Sammlungen der Reservistenkameradschaft Leipzig-Leutzsch stellte Geländewagen der Typen Munga, Iltis und LuAZ sowie einen VW Passat Schrägheck vor, der als Kommandeursfahrzeug genutzt wurde. Außerdem wurde über Ziele, Inhalte und Struktur des Bundeswehr-Reservistenverbandes informiert. Die Kamenzer Oldtimerfreunde brachten einen kleinen Fuhrpark ehemaliger NVA-Fahrzeuge nach Chemnitz. Dazu gehörten ein Robur LO, ein Trabant-Kübel, ein russischer UAZ-Geländewagen, Motorräder sowie diverses Zubehör. Ebenso präsentierten sich gestandene als auch junge Händler und Restauratoren. Alexander Rabe, Inhaber der Young & Classic Cars Chemnitz, war auf den meisten der insgesamt sieben Oldtimermessen als Aussteller dabei. „Eine solche Veranstaltung ist wichtig für die Fahrzeugregion Chemnitz. Wir müssen aber noch einiges tun, um die Attraktivität der Messe weiter zu erhöhen und noch mehr Fahrzeug- und Zubehörhändler nach Chemnitz zu bekommen. Auch über eine Auktion sollte man nachdenken“, regt er an.

Der allererste Messeauftritt war es dagegen für das Team der V8 Werk GmbH & Co. KG aus Altenberg, einer erst im Mai dieses Jahres gegründeten Firma. Das Unternehmen hat sich auf die Restauration historischer amerikanischer Fahrzeuge spezialisiert, insbesondere auf Mustang und Corvette. „Für uns ist die Messe ein guter Einstieg, um auf unsere Leistungen aufmerksam zu machen. Das Besucherinteresse war jedenfalls groß“, resümiert Andreas Kaden, einer von gegenwärtig fünf Mitarbeitern im V8 Werk. Die wohl weiteste Anreise hatte erneut das erfahrenste Unternehmen auf der Messe, das 1957 gegründete Oldtimerhaus Claus Mirbach aus Hamburg. Wie im Vorjahr auch konnte es direkt vom Stand Fahrzeuge an Liebhaber verkaufen, das erste – ein in Sachsen gebauter IFA F8 Kombi – gleich in der ersten Messestunde.
Präsent waren auch die zahlreichen Technikmuseen, Clubs und Vereine aus Sachsen. Die
Eisenbahnfreunde Chemnitztal e. V. zeigten u. a. einen Robur LO 2500 Pritschenwagen, der für den VEB Kohlehandel im Einsatz war. Das Fahrzeugmuseum Chemnitz kam mit einem Jawa-Motorrad sowie einem interaktiven Fahrschulmotorrad. Das August Horch Museum Zwickau stellte eine repräsentative Horch-Limousine vom Typ 951A sowie einen seltenen Framo Stromer vor, einen dreirädrigen Kleinwagen von 1933 aus den Frankenberger Motorenwerken von J. S. Rasmussen.
Viel Liebe zum Detail prägten die Präsentationen der Oldtimerclubs. Urlaubsstimmung verbreiteten die Freunde des Käfer-Clubs „Ferdinands Erben“ aus Chemnitz, die ihre Käfer-Fahrzeuge und VW-Kleinbusse inmitten einer Palmen- und Strandlandschaft zeigten. Die Oldtimerfreunde Chemnitz widmeten ihre diesjährige Schau den „Stars auf Rädern“. Unter den Filmautos warenzahlreiche amerikanische Modelle, darunter ein Cadillac, der schon bei den „Waltons“ fuhr. Am Stand des 1. Chemnitzer Oldtimerclubs war schließlich das älteste Fahrzeug der Messe zu finden – ein Talbot von 1922.